Unser Ansatz basiert auf einer gemeinsamen DNA und Denkweise, sowie einem über Jahrzehnte gewachsenen Engagement in diesem Bereich. Wir agieren als strategische Partner, nicht als blosse Plattform-Anbieter, und setzen auf die langfristige Zusammenarbeit statt auf transaktionsbasierte Beziehungen. Seit den 1980er Jahren engagieren wir uns konsequent für unabhängige Vermögensverwalter – dieses Geschäft ist für uns nicht einfach Zusatzgeschäft, sondern Teil unserer Unternehmensidentität.
Ein Interview mit Marcel Suhner
Marktleiter Intermediäre deutsch- und italienischsprachige Schweiz bei Julius Bär
Unabhängige Vermögensverwalter und Banken – Die Zukunft gehört der Partnerschaft
Herr Suhner, wie unterscheidet sich der Ansatz von Julius Baer bei der Unterstützung von Finanzintermediären von den anderen Banken?
Welche technologiegesteuerten Trends halten Sie für die nächsten drei bis fünf Jahre als besonders wirkungsvoll für Finanzintermediäre?
In den nächsten drei bis fünf Jahren werden technologisch getriebene Entwicklungen die Arbeit der Finanzmarktakteure massgeblich prägen. Digitale Onboarding-Prozesse und API-gestützte Vernetzung erhöhen die Erwartungen an Schnelligkeit und Integration – nahtloser Datenaustausch rückt damit noch mehr ins Zentrum. Angesichts sich ständig weiterentwickelnder Cyber-Bedrohungen gewinnen zudem auch die Cyber-Sicherheit sowie datenrechtliche Souveränität weiter an Bedeutung. KI verspricht zudem erhebliche Effizienzgewinne, etwa bei aufsichtsrechtlicher Berichterstattung, Datenabgleichen und der Unterstützung in der massgeschneiderten Anlageberatung.
«Wir agieren als strategische Partner, nicht als blosse Plattform-Anbieter, und setzen auf die langfristige Zusammenarbeit.»
Welche zentralen Herausforderungen sehen unabhängige Vermögensverwalter heute in der Deutschschweiz und wie können Banken dazu beitragen, diese zu bewältigen?
Unabhängige Vermögensverwalter in der Schweiz, aber auch generell, stehen vor wachsenden Herausforderungen – sei es durch strengere Regulierung, schrumpfende Margen, hohe Skalierungskosten und digitale Transformation oder die Frage nach der Nachfolge. Zudem ist die Branche heute stark fragmentiert, was den Konsolidierungsdruck nochmals erhöhen dürfte. Angesichts der Herausforderungen wird es für die unabhängigen Vermögensverwalter entscheidend sein, sich klar im Markt zu positionieren, eine nachhaltige, professionelle Organisation sowie effiziente Abläufe sicherzustellen, damit man sich auf die Kundenbetreuung und das Anlagegeschäft fokussieren kann. Die Zusammenarbeit mit Banken wird hier eine entscheidende Rolle spielen. Mit ihrer langjährigen Erfahrung in der Zusammenarbeit mit unabhängigen Vermögensverwaltern positioniert sich Julius Bär als strategischer Partner und Enabler: durch persönlichen Service, massgeschneiderte Lösungen sowie fundierte Expertise in den Bereichen globale Anlagelösungen und Technologie unterstützt die Bank unabhängige Vermögensverwalter gezielt beim Wachstum ihres Geschäfts.
Vor dem Hintergrund zukünftiger Entwicklungen: Welche Chance sehen Sie als wichtigste für die Finanzintermediär-Branche in Ihrer Region?
Ein entscheidender Erfolgsfaktor unabhängiger Vermögensverwalter liegt in ihrer echten Unabhängigkeit. Nähe zum Kunden, Kontinuität der Kundenbeziehungen sowie objektive, frei von Interessenkonflikten geprägte Beratung bilden seit jeher die tragenden Säulen dieses Geschäftsmodells und werden dies auch zukünftig tun. Auch der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) wird in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. KI wird die unabhängigen Vermögensverwalter dabei unterstützen, dass sie sich auf ihre Kernkompetenzen fokussieren können, indem operative Prozesse effizienter gestaltet und das Kundenerlebnis gleichzeitig verbessert werden. Dies gewinnt vor allem im Kontext des generationalen Wandels an Bedeutung, da neue Kundengenerationen veränderte Erwartungen hinsichtlich Digitalisierung, Personalisierung, Kommunikation und Transparenz mitbringen.
«Nähe zum Kunden, Kontinuität der Kundenbeziehungen sowie objektive, frei von Interessenkonflikten geprägte Beratung bilden die tragenden Säulen.»
Was begeistert Sie am meisten an der Zukunft des Geschäfts?
Was mich in den Gesprächen mit unabhängigen Vermögensverwaltern immer wieder fasziniert, ist ihr ausgeprägter Unternehmergeist. Die dadurch entstehenden gestalterischen Impulse machen den Markt besonders dynamisch – und zugleich reich an nachhaltigem Wachstumspotenzial. Die enge Zusammenarbeit zwischen Kunden, unabhängigen Vermögensverwaltern und Depotbanken stellt ein zentraler Erfolgsfaktor im Finanzsektor dar, wobei der persönliche Kontakt auch in einer zunehmend automatisierten und digitalisierten Welt nach wie vor entscheidende Relevanz behalten wird. Die Möglichkeit, bei Bedarf auf einen vertrauensvollen Ansprechpartner zurückgreifen zu können, der individuell berät und gezielte Lösungen bereitstellt, gewinnt nochmals an Wertschätzung. Kundenfokus, Innovationsdynamik und Agilität der unabhängigen Vermögensverwalter schaffen entscheidende Mehrwerte für Kunden. So werden Angebot und Optionen vielfältig bleiben und sich konstant an den Kundenbedürfnissen weiterentwickeln. Für Depotbanken wie Julius Baer eröffnet die enge Partnerschaft mit unabhängigen Vermögensverwaltern nicht nur direkten Zugang zu Markttrends und Kundenbedürfnissen, sondern beschleunigt auch gleichzeitig die Entwicklung von neuen innovativen Lösungen.
Ein Interview mit Marcel Suhner
Marktleiter Intermediäre deutsch- und italienischsprachige Schweiz bei Julius Bär
Unabhängige Vermögensverwalter und Banken – Die Zukunft gehört der Partnerschaft
«Wir agieren als strategische Partner, nicht als blosse Plattform-Anbieter, und setzen auf die langfristige Zusammenarbeit.»
«Nähe zum Kunden, Kontinuität der Kundenbeziehungen sowie objektive, frei von Interessenkonflikten geprägte Beratung bilden die tragenden Säulen.»
Herr Suhner, wie unterscheidet sich der Ansatz von Julius Baer bei der Unterstützung von Finanzintermediären von den anderen Banken?
Unser Ansatz basiert auf einer gemeinsamen DNA und Denkweise, sowie einem über Jahrzehnte gewachsenen Engagement in diesem Bereich. Wir agieren als strategische Partner, nicht als blosse Plattform-Anbieter, und setzen auf die langfristige Zusammenarbeit statt auf transaktionsbasierte Beziehungen. Seit den 1980er Jahren engagieren wir uns konsequent für unabhängige Vermögensverwalter – dieses Geschäft ist für uns nicht einfach Zusatzgeschäft, sondern Teil unserer Unternehmensidentität.
Welche technologiegesteuerten Trends halten Sie für die nächsten drei bis fünf Jahre als besonders wirkungsvoll für Finanzintermediäre?
In den nächsten drei bis fünf Jahren werden technologisch getriebene Entwicklungen die Arbeit der Finanzmarktakteure massgeblich prägen. Digitale Onboarding-Prozesse und API-gestützte Vernetzung erhöhen die Erwartungen an Schnelligkeit und Integration – nahtloser Datenaustausch rückt damit noch mehr ins Zentrum. Angesichts sich ständig weiterentwickelnder Cyber-Bedrohungen gewinnen zudem auch die Cyber-Sicherheit sowie datenrechtliche Souveränität weiter an Bedeutung. KI verspricht zudem erhebliche Effizienzgewinne, etwa bei aufsichtsrechtlicher Berichterstattung, Datenabgleichen und der Unterstützung in der massgeschneiderten Anlageberatung.
Welche zentralen Herausforderungen sehen unabhängige Vermögensverwalter heute in der Deutschschweiz und wie können Banken dazu beitragen, diese zu bewältigen?
Unabhängige Vermögensverwalter in der Schweiz, aber auch generell, stehen vor wachsenden Herausforderungen – sei es durch strengere Regulierung, schrumpfende Margen, hohe Skalierungskosten und digitale Transformation oder die Frage nach der Nachfolge. Zudem ist die Branche heute stark fragmentiert, was den Konsolidierungsdruck nochmals erhöhen dürfte. Angesichts der Herausforderungen wird es für die unabhängigen Vermögensverwalter entscheidend sein, sich klar im Markt zu positionieren, eine nachhaltige, professionelle Organisation sowie effiziente Abläufe sicherzustellen, damit man sich auf die Kundenbetreuung und das Anlagegeschäft fokussieren kann. Die Zusammenarbeit mit Banken wird hier eine entscheidende Rolle spielen. Mit ihrer langjährigen Erfahrung in der Zusammenarbeit mit unabhängigen Vermögensverwaltern positioniert sich Julius Bär als strategischer Partner und Enabler: durch persönlichen Service, massgeschneiderte Lösungen sowie fundierte Expertise in den Bereichen globale Anlagelösungen und Technologie unterstützt die Bank unabhängige Vermögensverwalter gezielt beim Wachstum ihres Geschäfts.
Vor dem Hintergrund zukünftiger Entwicklungen: Welche Chance sehen Sie als wichtigste für die Finanzintermediär-Branche in Ihrer Region?
Ein entscheidender Erfolgsfaktor unabhängiger Vermögensverwalter liegt in ihrer echten Unabhängigkeit. Nähe zum Kunden, Kontinuität der Kundenbeziehungen sowie objektive, frei von Interessenkonflikten geprägte Beratung bilden seit jeher die tragenden Säulen dieses Geschäftsmodells und werden dies auch zukünftig tun. Auch der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) wird in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. KI wird die unabhängigen Vermögensverwalter dabei unterstützen, dass sie sich auf ihre Kernkompetenzen fokussieren können, indem operative Prozesse effizienter gestaltet und das Kundenerlebnis gleichzeitig verbessert werden. Dies gewinnt vor allem im Kontext des generationalen Wandels an Bedeutung, da neue Kundengenerationen veränderte Erwartungen hinsichtlich Digitalisierung, Personalisierung, Kommunikation und Transparenz mitbringen.
Was begeistert Sie am meisten an der Zukunft des Geschäfts?
Was mich in den Gesprächen mit unabhängigen Vermögensverwaltern immer wieder fasziniert, ist ihr ausgeprägter Unternehmergeist. Die dadurch entstehenden gestalterischen Impulse machen den Markt besonders dynamisch – und zugleich reich an nachhaltigem Wachstumspotenzial. Die enge Zusammenarbeit zwischen Kunden, unabhängigen Vermögensverwaltern und Depotbanken stellt ein zentraler Erfolgsfaktor im Finanzsektor dar, wobei der persönliche Kontakt auch in einer zunehmend automatisierten und digitalisierten Welt nach wie vor entscheidende Relevanz behalten wird. Die Möglichkeit, bei Bedarf auf einen vertrauensvollen Ansprechpartner zurückgreifen zu können, der individuell berät und gezielte Lösungen bereitstellt, gewinnt nochmals an Wertschätzung. Kundenfokus, Innovationsdynamik und Agilität der unabhängigen Vermögensverwalter schaffen entscheidende Mehrwerte für Kunden. So werden Angebot und Optionen vielfältig bleiben und sich konstant an den Kundenbedürfnissen weiterentwickeln. Für Depotbanken wie Julius Baer eröffnet die enge Partnerschaft mit unabhängigen Vermögensverwaltern nicht nur direkten Zugang zu Markttrends und Kundenbedürfnissen, sondern beschleunigt auch gleichzeitig die Entwicklung von neuen innovativen Lösungen.
Ein Interview mit Michel Yigit
Head of External Asset Managers Switzerland and member of the Executive Board, LGT Bank Switzerland
Tragfähige Partnerin für die Zukunft
Die LGT betreut als internationales, eigentümergeführtes Familienunternehmen seit drei Jahrzehnten unabhängige Vermögensverwalter. Der Geschäftsbereich, so Michel Yigit, Market Head External Asset Managers Schweiz und Mitglied der Geschäftsleitung der LGT Bank Schweiz AG, soll mit exzellenten Dienstleistungen und Services nachhaltig ausgebaut werden. Wir haben mit ihm gesprochen.
Herr Yigit, wie sehen Sie die Zusammenarbeit der LGT mit den unabhängigen Vermögensverwaltern (EAM) in den vergangenen Monaten?
Im heutigen Umfeld kann sich niemand auf dem Erreichten ausruhen. Wir setzen alles daran, externen Vermögensverwaltern auch weiterhin eine verlässliche Partnerin zu bleiben. Dafür haben wir unsere Angebote und Services weiter ausgebaut.
In unserem Geschäft entsteht dort der grösste Mehrwert, wo Technologie und menschliche Expertise ineinandergreifen. An dieser Schnittstelle entfaltet die LGT eine immer grössere Dynamik, nachdem die LGT den unternehmerischen Entscheid getroffen hatte, in der Digitalisierung eine Führungsrolle anzustreben. In der Folge wurden zum Beispiel 2023 zusätzlich eine Digital Factory in Barcelona gegründet und über 20 AI-Expertinnen und -Experten eingestellt.
Abseits des Technischen haben die vergangenen Monate deutlich gezeigt, dass das besondere persönliche Engagement und die Qualifikation unserer Mitarbeitenden die Attraktivität unseres Angebots entscheidend mitprägen. So suchen wir bewusst die Nähe und den intensiven Austausch, um die Vielzahl unserer komplementären Kompetenzen für EAMs zu erschliessen.
An welchen konkreten Beispielen können Sie Ihre Expertise festmachen?
Eine wichtige Quelle ist unsere Eigentümerin, die Fürstenfamilie von Liechtenstein. Seit Jahrhunderten als Unternehmerin erfolgreich, bestimmt sie seit gut hundert Jahren auch den Kurs der LGT. Das prägt die Unternehmenskultur der LGT. Weil Unternehmertum überall bei der LGT wichtig ist, denken wir langfristig, pflegen mit unseren Kundinnen und Kunden einen partnerschaftlichen Austausch auf Augenhöhe, der beide Seiten wachsen lässt, statt einfach Produkte zu vertreiben.
Über die Kultur hinaus hat unsere Eigentümerin auch wichtige Akzente bei unserem Offering gesetzt. Schon in den 90er-Jahren hatte sie einen damals ungewöhnlich hohen Anteil ihres Vermögens in Private Markets investiert. Seither sind die Kompetenzen der LGT in diesem Bereich stetig gewachsen, wie auch unser Angebot.
Tatsächlich können unsere Kundinnen und Kunden heute nach derselben Strategie Vermögen veranlagen wie unsere Eigentümerin – beide Parteien verfolgen damit dieselben Interessen bei der Vermögensanlage. Dieses und alternative Angebote im Bereich Private Markets stellen wir mit unseren Fachexpertinnen und -experten regelmässig im persönlichen Austausch mit Mitarbeitenden bei unabhängigen Vermögensverwaltern vor. So können wir die Chancen und Besonderheiten dieser Anlageklasse vermitteln und erhalten gleichzeitig direktes Feedback.
Bei unserem Angebot zu Private Label Funds (in unserer EWR-Buchungsplattform in Liechtenstein) unterstützen wir ähnlich und integrieren das Fachwissen der Spezialistinnen und Spezialisten. Im engen Austausch mit den unabhängigen Vermögensverwaltern sorgen wir so für individuelle Fondslösungen, die im Sinne ihrer Initianten bestmöglich umgesetzt werden – vom Fondsnamen bis zur Anlagestrategie. Diese können ihre Wirkung speziell auch innerhalb des zentralen Themas der Vermögensübertragung oder NextGen entfalten.
«Wir suchen bewusst die Nähe und den intensiven Austausch, um die Vielzahl unserer komplementären Kompetenzen für EAMs zu erschliessen.»
Wie konnten Sie im Bereich Digitalisierung für Mehrwert sorgen?
Zentral für unser Servicemodell mit unseren Partnerinnen und Partnern bei unabhängigen Vermögensverwaltern ist der Austausch von Daten. Viele unserer Partnerinnen und Partner dort nutzen unser leistungsfähiges LGT SmartBanking Pro. Kundinnen und Kunden, die über ein eigenes, IT-gestütztes Order Management System verfügen, können aber auch mittels leistungsfähiger Schnittstellen direkt auf unser Handelssystem zugreifen. So nehmen wir Aufträge rund um Aktien, Obligationen, Investment Funds wie auch Options/Futures und Forex vollständig elektronisch entgegen und führen sie dann aus – inklusive Rückmeldung und Verbuchung alles voll automatisiert. Das ist effizient und reduziert Prozessrisiken signifikant. Gerade in Zeiten hoher Volatilität ist das Plus an Schnelligkeit und Verlässlichkeit entscheidend.
Ausserdem bietet LGT SmartBanking Pro Portfoliobewertungen nun nahezu in Echtzeit. Mit anderen Worten: Unsere Kundinnen und Kunden können die Wertentwicklung selbst komplexer Portfolios noch besser verfolgen. All diese Puzzleteile zeigen, dass wir mit unseren Initiativen unabhängigen Vermögensverwaltern immer bessere Tools und Services bieten.
«Unsere Eigentümerfamilie hat das Thema Nachfolge über 26 Generationen hinweg erfolgreich gestaltet.»
Bei der Kommunikation mit unabhängigen Vermögensverwaltern haben Sie in jüngster Zeit auch Philanthropie thematisiert. Was waren die Beweggründe dafür?
Laut Schätzungen wurden in der Schweiz 2025 100 Milliarden Franken vererbt – so viel wie nie zuvor, und dieser Trend dürfte anhalten. Banken wie auch unabhängige Vermögensverwalter sollten sich vor diesem Hintergrund fragen, wie sie auch die künftigen Vermögensinhaber ansprechen können. Philanthropie bietet, so unsere Erfahrung, besondere Chancen. Sie fördert in Familien einen wertvollen Dialog über Werte, das Vermögen und die Nachfolge – und wer dabei mit am Tisch sitzt, kann sich auch der Nachfolgegeneration als vertrauensvoller Partner in Vermögensfragen empfehlen.
Unsere Eigentümerfamilie hat das Thema Nachfolge über 26 Generationen hinweg erfolgreich gestaltet. Für uns Mitarbeitende ist dieses Beispiel eine grosse Inspiration. Zusätzlich ergänzen wir unser Wissen in diesem Bereich zum Beispiel mit Studien. Unser Philanthropie-Team hat dabei jüngst die sogenannte NextGen in den Mittelpunkt gerückt. Aktuelle Insights daraus haben wir an diversen Events auch Vermögensverwalterinnen und -verwaltern vorgestellt.
Wir teilen Wissen gerne – ob im Bereich AI oder bei der Philanthropie. Das positive Feedback hat gezeigt, dass diese Angebote als wertvoll empfunden werden. Damit wollen wir über unsere Dienstleistungen und unsere Produkte hinaus einen offenen Austausch pflegen. Denn wächst die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Vermögensverwalterinnen und -verwaltern, macht uns das gemeinsam erfolgreicher.
Ein Interview mit Michel Yigit
Head of External Asset Managers Switzerland and member of the Executive Board, LGT Bank Switzerland
Tragfähige Partnerin für die Zukunft
«Wir suchen bewusst die Nähe und den intensiven Austausch, um die Vielzahl unserer komplementären Kompetenzen für EAMs zu erschliessen.»
«Unsere Eigentümerfamilie hat das Thema Nachfolge über 26 Generationen hinweg erfolgreich gestaltet.»
Die LGT betreut als internationales, eigentümergeführtes Familienunternehmen seit drei Jahrzehnten unabhängige Vermögensverwalter. Der Geschäftsbereich, so Michel Yigit, Market Head External Asset Managers Schweiz und Mitglied der Geschäftsleitung der LGT Bank Schweiz AG, soll mit exzellenten Dienstleistungen und Services nachhaltig ausgebaut werden. Wir haben mit ihm gesprochen.
Herr Yigit, wie sehen Sie die Zusammenarbeit der LGT mit den unabhängigen Vermögensverwaltern (EAM) in den vergangenen Monaten?
Im heutigen Umfeld kann sich niemand auf dem Erreichten ausruhen. Wir setzen alles daran, externen Vermögensverwaltern auch weiterhin eine verlässliche Partnerin zu bleiben. Dafür haben wir unsere Angebote und Services weiter ausgebaut.
In unserem Geschäft entsteht dort der grösste Mehrwert, wo Technologie und menschliche Expertise ineinandergreifen. An dieser Schnittstelle entfaltet die LGT eine immer grössere Dynamik, nachdem die LGT den unternehmerischen Entscheid getroffen hatte, in der Digitalisierung eine Führungsrolle anzustreben. In der Folge wurden zum Beispiel 2023 zusätzlich eine Digital Factory in Barcelona gegründet und über 20 AI-Expertinnen und -Experten eingestellt.
Abseits des Technischen haben die vergangenen Monate deutlich gezeigt, dass das besondere persönliche Engagement und die Qualifikation unserer Mitarbeitenden die Attraktivität unseres Angebots entscheidend mitprägen. So suchen wir bewusst die Nähe und den intensiven Austausch, um die Vielzahl unserer komplementären Kompetenzen für EAMs zu erschliessen.
An welchen konkreten Beispielen können Sie Ihre Expertise festmachen?
Eine wichtige Quelle ist unsere Eigentümerin, die Fürstenfamilie von Liechtenstein. Seit Jahrhunderten als Unternehmerin erfolgreich, bestimmt sie seit gut hundert Jahren auch den Kurs der LGT. Das prägt die Unternehmenskultur der LGT. Weil Unternehmertum überall bei der LGT wichtig ist, denken wir langfristig, pflegen mit unseren Kundinnen und Kunden einen partnerschaftlichen Austausch auf Augenhöhe, der beide Seiten wachsen lässt, statt einfach Produkte zu vertreiben.
Über die Kultur hinaus hat unsere Eigentümerin auch wichtige Akzente bei unserem Offering gesetzt. Schon in den 90er-Jahren hatte sie einen damals ungewöhnlich hohen Anteil ihres Vermögens in Private Markets investiert. Seither sind die Kompetenzen der LGT in diesem Bereich stetig gewachsen, wie auch unser Angebot.
Tatsächlich können unsere Kundinnen und Kunden heute nach derselben Strategie Vermögen veranlagen wie unsere Eigentümerin – beide Parteien verfolgen damit dieselben Interessen bei der Vermögensanlage. Dieses und alternative Angebote im Bereich Private Markets stellen wir mit unseren Fachexpertinnen und -experten regelmässig im persönlichen Austausch mit Mitarbeitenden bei unabhängigen Vermögensverwaltern vor. So können wir die Chancen und Besonderheiten dieser Anlageklasse vermitteln und erhalten gleichzeitig direktes Feedback.
Bei unserem Angebot zu Private Label Funds (in unserer EWR-Buchungsplattform in Liechtenstein) unterstützen wir ähnlich und integrieren das Fachwissen der Spezialistinnen und Spezialisten. Im engen Austausch mit den unabhängigen Vermögensverwaltern sorgen wir so für individuelle Fondslösungen, die im Sinne ihrer Initianten bestmöglich umgesetzt werden – vom Fondsnamen bis zur Anlagestrategie. Diese können ihre Wirkung speziell auch innerhalb des zentralen Themas der Vermögensübertragung oder NextGen entfalten.
Wie konnten Sie im Bereich Digitalisierung für Mehrwert sorgen?
Zentral für unser Servicemodell mit unseren Partnerinnen und Partnern bei unabhängigen Vermögensverwaltern ist der Austausch von Daten. Viele unserer Partnerinnen und Partner dort nutzen unser leistungsfähiges LGT SmartBanking Pro. Kundinnen und Kunden, die über ein eigenes, IT-gestütztes Order Management System verfügen, können aber auch mittels leistungsfähiger Schnittstellen direkt auf unser Handelssystem zugreifen. So nehmen wir Aufträge rund um Aktien, Obligationen, Investment Funds wie auch Options/Futures und Forex vollständig elektronisch entgegen und führen sie dann aus – inklusive Rückmeldung und Verbuchung alles voll automatisiert. Das ist effizient und reduziert Prozessrisiken signifikant. Gerade in Zeiten hoher Volatilität ist das Plus an Schnelligkeit und Verlässlichkeit entscheidend.
Ausserdem bietet LGT SmartBanking Pro Portfoliobewertungen nun nahezu in Echtzeit. Mit anderen Worten: Unsere Kundinnen und Kunden können die Wertentwicklung selbst komplexer Portfolios noch besser verfolgen. All diese Puzzleteile zeigen, dass wir mit unseren Initiativen unabhängigen Vermögensverwaltern immer bessere Tools und Services bieten.
Bei der Kommunikation mit unabhängigen Vermögensverwaltern haben Sie in jüngster Zeit auch Philanthropie thematisiert. Was waren die Beweggründe dafür?
Laut Schätzungen wurden in der Schweiz 2025 100 Milliarden Franken vererbt – so viel wie nie zuvor, und dieser Trend dürfte anhalten. Banken wie auch unabhängige Vermögensverwalter sollten sich vor diesem Hintergrund fragen, wie sie auch die künftigen Vermögensinhaber ansprechen können. Philanthropie bietet, so unsere Erfahrung, besondere Chancen. Sie fördert in Familien einen wertvollen Dialog über Werte, das Vermögen und die Nachfolge – und wer dabei mit am Tisch sitzt, kann sich auch der Nachfolgegeneration als vertrauensvoller Partner in Vermögensfragen empfehlen.
Unsere Eigentümerfamilie hat das Thema Nachfolge über 26 Generationen hinweg erfolgreich gestaltet. Für uns Mitarbeitende ist dieses Beispiel eine grosse Inspiration. Zusätzlich ergänzen wir unser Wissen in diesem Bereich zum Beispiel mit Studien. Unser Philanthropie-Team hat dabei jüngst die sogenannte NextGen in den Mittelpunkt gerückt. Aktuelle Insights daraus haben wir an diversen Events auch Vermögensverwalterinnen und -verwaltern vorgestellt.
Wir teilen Wissen gerne – ob im Bereich AI oder bei der Philanthropie. Das positive Feedback hat gezeigt, dass diese Angebote als wertvoll empfunden werden. Damit wollen wir über unsere Dienstleistungen und unsere Produkte hinaus einen offenen Austausch pflegen. Denn wächst die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Vermögensverwalterinnen und -verwaltern, macht uns das gemeinsam erfolgreicher.
Ein Text von
Laurent Pellet, Limited Partner, Global Head of EAM, Banque Lombard Odier & Cie SA und Simon Ganière, Chief Information Security Officer, Banque Lombard Odier & Cie
Mission (Cyber) Impossible? Vermögensverwaltung in der Schweiz sichern
Die zunehmende Digitalisierung der Finanzaktivitäten hat das Berufsbild unabhängiger Vermögensverwalter (External Asset Managers, EAMs) in der Schweiz grundlegend verändert. Sie ermöglicht zwar eine höhere operative Effizienz und ein verbessertes Kundenerlebnis, setzt die Akteure der Branche jedoch gleichzeitig immer komplexeren Cyberrisiken aus. In einem Land, das weltweit für die Stabilität und Vertraulichkeit seines Finanzsektors bekannt ist, zählen Cyberangriffe heute zu den grössten operativen und reputationsbezogenen Bedrohungen für unabhängige Vermögensverwalter.
Warum EAMs bevorzugte Ziele sind
Unabhängige Vermögensverwalter verwalten und verarbeiten äusserst sensible Daten, darunter:
detaillierte Vermögens- und Finanzinformationen,
personenbezogene Kundendaten,
vertragliche, rechtliche und steuerliche Dokumente,
Zugang zu Bank- oder Handelsplattformen.
Im Gegensatz zu Banken verfügen EAMs häufig über begrenztere IT- und Cybersicherheitsressourcen, agieren jedoch in einem stark regulierten Umfeld (FIDLEG, FINIG, FINMA-Rundschreiben sowie dem revidierten Datenschutzgesetz nDSG). Diese Kombination macht sie zu attraktiven Zielen für Cyberkriminelle, die es auf maximalen Nutzen bei teilweise heterogenen Schutzmassnahmen abzielen.
«In einer Umgebung, in der Vertrauen das wichtigste Kapital ist, wird Cybersicherheit zu einer unverzichtbaren Voraussetzung für die Beständigkeit von Vermögensverwaltern.» Laurent Pellet
Wenn Angriffe schneller sind als Entscheidungen
Cyberrisiken entwickeln sich ständig weiter. Während ihre grundsätzliche Natur gleich bleibt, ist die Geschwindigkeit der Angriffe zum zentralen Risikofaktor geworden. Die Angriffe erfolgen heute so schnell, dass viele Organisationen kaum Zeit haben, das Geschehen zu verstehen, bevor die Angreifer bereits mehrere Schritte weiter sind. Aktuelle Analysen von CrowdStrike zeigen deutlich: Sobald Angreifer einen ersten Zugang erlangen, verkürzt sich die Zeit bis zur lateralen Bewegung im System auf unter eine halbe Stunde – und liegt teilweise sogar unter 30 Sekunden.
Besonders beunruhigend ist, dass moderne Angriffe kaum noch als solche erkennbar sind. Sie ahmen den normalen Geschäftsbetrieb nach: E-Mails, die scheinbar von einem Kunden stammen, legitim wirkende Anmeldungen oder Cloud-Aktivitäten, die wie interne Projekte erscheinen.
Künstliche Intelligenz treibt diese Entwicklung weiter voran. Angreifer erstellen perfekt formulierte Nachrichten, glaubwürdige Stimmimitationen und massgeschneiderte Handlungsaufforderungen für jede Zielperson.
Auch Cloud-Dienste geraten zunehmend unter Druck. CrowdStrike beobachtet einen Anstieg um 37 % bei Cloud-bezogenen Intrusionen. Für Unternehmen, die auf PMS-, CRM-, Reporting-Plattformen oder Kundenportale angewiesen sind, stellt dies ein unmittelbares Risiko für die Geschäftskontinuität dar.
Warum solide Grundlagen wichtiger sind denn je
Angesichts immer schnellerer Angriffe ist die Versuchung gross, mit immer ausgefeilteren Technologien zu reagieren. Doch die meisten Sicherheitsvorfälle beginnen nicht mit einer technischen Schwachstelle, sondern mit fehlplatziertem Vertrauen: einer glaubwürdigen E-Mail, einer vertrauten Stimme, einer Anfrage zum falschen Zeitpunkt.
Mit KI-generierten Inhalten, die kaum noch von der Realität zu unterscheiden sind, reichen klassische Warnsignale nicht mehr aus. Bereits heute führen gefälschte Stimmen zu betrügerischen Überweisungen, und E-Mails imitieren täuschend echt den Tonfall realer Kunden. In diesem Kontext bleibt die verlässlichste Verteidigung die einfachste: überprüfen, einen Moment innehalten, über einen anderen Kanal verifizieren, nachfragen. Diese scheinbar banale Routine verhindert die teuersten Zwischenfälle.
Moderne Organisationen basieren auf einem dichten Netz von Abhängigkeiten: Cloud-Anbieter, Depotbanken, spezialisierte Softwarelieferanten. Dies vergrössert die Angriffsfläche erheblich.
Ein Dienstleister mit verzögerter Systembehebung oder mangelnder Transparenz im Falle eines Vorfalls stellt einen unbeabsichtigten Einstiegspunkt dar.
Grundlegende Sicherheit setzt heute auch voraus, die Sicherheitspraktiken der Partner zu kennen – ebenso wie deren Reaktionsfähigkeit.
Innerhalb des Unternehmens ist Einfachheit eine wirksame Verteidigung. Klare Rollen, angemessene Zugriffsrechte und schlanke Systeme schaffen weniger Verstecke für Angreifer. Komplexität hingegen begünstigt Fehler.
Und schliesslich die Resilienz: Wenn Angriffe in Minuten ablaufen, wird Improvisation gefährlich. Teams, die Krisenszenarien geübt, Verantwortlichkeiten geklärt und Handlungspläne definiert haben, bewältigen chaotische Situationen deutlich besser.
Diese Grundlagen wirken, weil sie direkt bei den zentralen Mechanismen der Angreifer ansetzen: Geschwindigkeit, Vertrauen und Vernetzung.
«Wenn Angriffe innerhalb von Minuten erfolgen, reicht Technologie allein nicht mehr aus. Resilienz entsteht durch Vorbereitung, klare Rollenverteilung und die Fähigkeit, auf einen Vorfall zu reagieren.» Simon Ganière
Konsequenzen für Schweizer Vermögensverwalter und externe Asset Manager
Für unabhängige Schweizer Vermögensverwalter zeigt sich diese Entwicklung unmittelbar im operativen Alltag. EAMs sind ein zentraler Bestandteil des Finanzökosystems, operieren jedoch mit kleinen Teams, begrenzten IT-Ressourcen und einer Vielzahl externer Plattformen. Der Technology Radar 2024 der VSV ASG zeigt, dass die meisten Unternehmen auf eine Mischung verschiedener Anbieter setzen – jeder mit eigenen Stärken, Schwächen und Sicherheitspraktiken.
In diesem Umfeld wird ein Punkt besonders kritisch: EAMs nutzen hochgradig fragmentierte Tool-Landschaften, insbesondere bei PMS-, CRM- und Reporting-Lösungen. Der Technology Radar identifiziert rund zwanzig unterschiedliche Systeme, jeweils mit eigenen Datenmodellen, Schnittstellen und Reifegraden. Diese Heterogenität schafft blinde Flecken, insbesondere durch komplexe Datenflüsse, inkonsistente Authentifizierungsprozesse und fragile Integrationen, welche potenziell durch Angreifer ausgenutzt werden können, ohne nachvollziehbare Spuren zu hinterlassen.
Auch Social Engineering trifft diesen Sektor besonders stark. Ein Beruf, der auf Vertrauen basiert, lebt von ständigem Austausch. Angreifer nutzen dies gezielt, indem sie vertraute Personen oder Institutionen imitieren. Eine Stimme, die perfekt der eines Kunden gleicht, oder eine E-Mail, die täuschend echt von einer Depotbank zu stammen scheint, sind heute realistische Bedrohungen.
Die Antwort besteht nicht darin, eine Cyberabteilung auf Bankenniveau aufzubauen. Sie liegt vielmehr in einer soliden operativen Disziplin, die sich an grundlegenden Prinzipien orientiert:
Überprüfung wird zum täglichen Reflex.
Zugriffe bleiben einfach und verhältnismässig.
Dienstleister werden als integraler Bestandteil des Risikoumfelds betrachtet.
Vorbereitung wird zur Gewohnheit, nicht zur jährlichen Pflichtübung.
Am Ende ist Cyberrisiko für unabhängige Vermögensverwalter keine Frage von Firewalls mehr, sondern von organisatorischer Resilienz.
In einem Umfeld, in dem Angriffe durch Geschwindigkeit und Nachahmung geprägt sind, werden jene Unternehmen, die ihre technischen, kulturellen und operativen Grundlagen stärken, das Vertrauen ihrer Kunden langfristig bewahren.
Ein Text von
Laurent Pellet, Limited Partner, Global Head of EAM, Banque Lombard Odier & Cie SA und Simon Ganière, Chief Information Security Officer, Banque Lombard Odier & Cie
Mission (Cyber) Impossible? Vermögensverwaltung in der Schweiz sichern
«In einer Umgebung, in der Vertrauen das wichtigste Kapital ist, wird Cybersicherheit zu einer unverzichtbaren Voraussetzung für die Beständigkeit von Vermögensverwaltern.» Laurent Pellet
«Wenn Angriffe innerhalb von Minuten erfolgen, reicht Technologie allein nicht mehr aus. Resilienz entsteht durch Vorbereitung, klare Rollenverteilung und die Fähigkeit, auf einen Vorfall zu reagieren.» Simon Ganière
Die zunehmende Digitalisierung der Finanzaktivitäten hat das Berufsbild unabhängiger Vermögensverwalter (External Asset Managers, EAMs) in der Schweiz grundlegend verändert. Sie ermöglicht zwar eine höhere operative Effizienz und ein verbessertes Kundenerlebnis, setzt die Akteure der Branche jedoch gleichzeitig immer komplexeren Cyberrisiken aus. In einem Land, das weltweit für die Stabilität und Vertraulichkeit seines Finanzsektors bekannt ist, zählen Cyberangriffe heute zu den grössten operativen und reputationsbezogenen Bedrohungen für unabhängige Vermögensverwalter.
Warum EAMs bevorzugte Ziele sind
Unabhängige Vermögensverwalter verwalten und verarbeiten äusserst sensible Daten, darunter:
detaillierte Vermögens- und Finanzinformationen,
personenbezogene Kundendaten,
vertragliche, rechtliche und steuerliche Dokumente,
Zugang zu Bank- oder Handelsplattformen.
Im Gegensatz zu Banken verfügen EAMs häufig über begrenztere IT- und Cybersicherheitsressourcen, agieren jedoch in einem stark regulierten Umfeld (FIDLEG, FINIG, FINMA-Rundschreiben sowie dem revidierten Datenschutzgesetz nDSG). Diese Kombination macht sie zu attraktiven Zielen für Cyberkriminelle, die es auf maximalen Nutzen bei teilweise heterogenen Schutzmassnahmen abzielen.
Wenn Angriffe schneller sind als Entscheidungen
Cyberrisiken entwickeln sich ständig weiter. Während ihre grundsätzliche Natur gleich bleibt, ist die Geschwindigkeit der Angriffe zum zentralen Risikofaktor geworden. Die Angriffe erfolgen heute so schnell, dass viele Organisationen kaum Zeit haben, das Geschehen zu verstehen, bevor die Angreifer bereits mehrere Schritte weiter sind. Aktuelle Analysen von CrowdStrike zeigen deutlich: Sobald Angreifer einen ersten Zugang erlangen, verkürzt sich die Zeit bis zur lateralen Bewegung im System auf unter eine halbe Stunde – und liegt teilweise sogar unter 30 Sekunden.
Besonders beunruhigend ist, dass moderne Angriffe kaum noch als solche erkennbar sind. Sie ahmen den normalen Geschäftsbetrieb nach: E-Mails, die scheinbar von einem Kunden stammen, legitim wirkende Anmeldungen oder Cloud-Aktivitäten, die wie interne Projekte erscheinen.
Künstliche Intelligenz treibt diese Entwicklung weiter voran. Angreifer erstellen perfekt formulierte Nachrichten, glaubwürdige Stimmimitationen und massgeschneiderte Handlungsaufforderungen für jede Zielperson.
Auch Cloud-Dienste geraten zunehmend unter Druck. CrowdStrike beobachtet einen Anstieg um 37 % bei Cloud-bezogenen Intrusionen. Für Unternehmen, die auf PMS-, CRM-, Reporting-Plattformen oder Kundenportale angewiesen sind, stellt dies ein unmittelbares Risiko für die Geschäftskontinuität dar.
Warum solide Grundlagen wichtiger sind denn je
Angesichts immer schnellerer Angriffe ist die Versuchung gross, mit immer ausgefeilteren Technologien zu reagieren. Doch die meisten Sicherheitsvorfälle beginnen nicht mit einer technischen Schwachstelle, sondern mit fehlplatziertem Vertrauen: einer glaubwürdigen E-Mail, einer vertrauten Stimme, einer Anfrage zum falschen Zeitpunkt.
Mit KI-generierten Inhalten, die kaum noch von der Realität zu unterscheiden sind, reichen klassische Warnsignale nicht mehr aus. Bereits heute führen gefälschte Stimmen zu betrügerischen Überweisungen, und E-Mails imitieren täuschend echt den Tonfall realer Kunden. In diesem Kontext bleibt die verlässlichste Verteidigung die einfachste: überprüfen, einen Moment innehalten, über einen anderen Kanal verifizieren, nachfragen. Diese scheinbar banale Routine verhindert die teuersten Zwischenfälle.
Moderne Organisationen basieren auf einem dichten Netz von Abhängigkeiten: Cloud-Anbieter, Depotbanken, spezialisierte Softwarelieferanten. Dies vergrössert die Angriffsfläche erheblich.
Ein Dienstleister mit verzögerter Systembehebung oder mangelnder Transparenz im Falle eines Vorfalls stellt einen unbeabsichtigten Einstiegspunkt dar.
Grundlegende Sicherheit setzt heute auch voraus, die Sicherheitspraktiken der Partner zu kennen – ebenso wie deren Reaktionsfähigkeit.
Innerhalb des Unternehmens ist Einfachheit eine wirksame Verteidigung. Klare Rollen, angemessene Zugriffsrechte und schlanke Systeme schaffen weniger Verstecke für Angreifer. Komplexität hingegen begünstigt Fehler.
Und schliesslich die Resilienz: Wenn Angriffe in Minuten ablaufen, wird Improvisation gefährlich. Teams, die Krisenszenarien geübt, Verantwortlichkeiten geklärt und Handlungspläne definiert haben, bewältigen chaotische Situationen deutlich besser.
Diese Grundlagen wirken, weil sie direkt bei den zentralen Mechanismen der Angreifer ansetzen: Geschwindigkeit, Vertrauen und Vernetzung.
Konsequenzen für Schweizer Vermögensverwalter und externe Asset Manager
Für unabhängige Schweizer Vermögensverwalter zeigt sich diese Entwicklung unmittelbar im operativen Alltag. EAMs sind ein zentraler Bestandteil des Finanzökosystems, operieren jedoch mit kleinen Teams, begrenzten IT-Ressourcen und einer Vielzahl externer Plattformen. Der Technology Radar 2024 der VSV ASG zeigt, dass die meisten Unternehmen auf eine Mischung verschiedener Anbieter setzen – jeder mit eigenen Stärken, Schwächen und Sicherheitspraktiken.
In diesem Umfeld wird ein Punkt besonders kritisch: EAMs nutzen hochgradig fragmentierte Tool-Landschaften, insbesondere bei PMS-, CRM- und Reporting-Lösungen. Der Technology Radar identifiziert rund zwanzig unterschiedliche Systeme, jeweils mit eigenen Datenmodellen, Schnittstellen und Reifegraden. Diese Heterogenität schafft blinde Flecken, insbesondere durch komplexe Datenflüsse, inkonsistente Authentifizierungsprozesse und fragile Integrationen, welche potenziell durch Angreifer ausgenutzt werden können, ohne nachvollziehbare Spuren zu hinterlassen.
Auch Social Engineering trifft diesen Sektor besonders stark. Ein Beruf, der auf Vertrauen basiert, lebt von ständigem Austausch. Angreifer nutzen dies gezielt, indem sie vertraute Personen oder Institutionen imitieren. Eine Stimme, die perfekt der eines Kunden gleicht, oder eine E-Mail, die täuschend echt von einer Depotbank zu stammen scheint, sind heute realistische Bedrohungen.
Die Antwort besteht nicht darin, eine Cyberabteilung auf Bankenniveau aufzubauen. Sie liegt vielmehr in einer soliden operativen Disziplin, die sich an grundlegenden Prinzipien orientiert:
Überprüfung wird zum täglichen Reflex.
Zugriffe bleiben einfach und verhältnismässig.
Dienstleister werden als integraler Bestandteil des Risikoumfelds betrachtet.
Vorbereitung wird zur Gewohnheit, nicht zur jährlichen Pflichtübung.
Am Ende ist Cyberrisiko für unabhängige Vermögensverwalter keine Frage von Firewalls mehr, sondern von organisatorischer Resilienz.
In einem Umfeld, in dem Angriffe durch Geschwindigkeit und Nachahmung geprägt sind, werden jene Unternehmen, die ihre technischen, kulturellen und operativen Grundlagen stärken, das Vertrauen ihrer Kunden langfristig bewahren.
Ein Interview mit Andreas Moser
Andreas Moser verantwortet bei UBS Global FIM das Geschäft mit unabhängigen Vermögensverwaltern im deutschsprachigen Raum. Mit 27 Jahren bei UBS, davon 18 Jahre in der Zusammenarbeit mit unabhängigen Vermögensverwaltern, gilt er als ausgewiesener Kenner des Schweizer UVV-Marktes.
Herr Moser, was prägt den Schweizer Markt der unabhängigen Vermögensverwalter?
Der Schweizer Markt für unabhängige Vermögensverwalter ist dynamisch, wachsend und zugleich stark fragmentiert. Regulatorische Anforderungen, anhaltender Kosten‑ und Margendruck sowie der technologische Wandel zählen zu den zentralen Herausforderungen. Die Studie «Unabhängige Vermögensverwalter in der Schweiz 2026»* bestätigt diese Einschätzung und zeigt auch auf, dass ein grosser Teil der Befragten die Konsolidierung als grosses Thema sieht.
Zusätzlich verschärft sich die Situation durch die oftmals unzureichend geregelte Nachfolge: 58 % der Unternehmen haben diese nur teilweise oder gar nicht definiert. Vor dem Hintergrund des bevorstehenden „Great Wealth Transfer“, bei dem erhebliche Vermögenswerte von der Babyboomer‑Generation auf Millennials und Generation Z übergehen, wird dieses Thema weiter an Bedeutung gewinnen.
Ungeachtet struktureller und generationeller Veränderungen liegt das Erfolgsrezept unabhängiger Vermögensverwalter weiterhin in der persönlichen, langfristigen und unabhängigen Betreuung – getragen von einer klaren Anlagephilosophie, die auf langfristigen Vermögensaufbau ausgerichtet ist.
Sie haben in 2025 eine Dissertation zur Zukunftsfähigkeit unabhängiger Vermögensverwalter verfasst. Was ist Ihre wichtigste Erkenntnis?
Die zentrale Erkenntnis meiner Dissertation ist klar: Unabhängige Vermögensverwalter müssen ihr strategisches Profil schärfen. Entscheidend ist, bewusst zu definieren, welche Kundensegmente, Märkte und Themen man bedient – und ebenso, was nicht Teil des Angebots ist. Nur so lassen sich Kunden, Mitarbeitende und Partner nachhaltig gewinnen und binden.
In einem Umfeld, das von Digitalisierung, Regulierung und Generationenwechsel geprägt ist, sind zudem regelmässige strategische Standortbestimmungen unerlässlich. Vertrauen und Empfehlungen entstehen durch Qualität, Beständigkeit, Unabhängigkeit und transparente Kommunikation – das Fundament langfristigen Erfolgs.
Grundsätzlich lassen sich drei Typen unterscheiden:
Independent Wealth Manager, die klassisches Private Banking für vermögende Kundinnen und Kunden anbieten.
Multi Family Offices, die vermögende Familien ganzheitlich begleiten – etwa in den Bereichen Nachfolge, Steuern, alternative Anlagen und Philanthropie.
Asset Manager, die institutionelle Kunden mit strukturierten Prozessen und professionellem Risikomanagement betreuen, häufig über Fondslösungen.
Zunehmend entstehen zudem hybride Modelle, die mehrere dieser Ansätze kombinieren.
«Langfristiger Erfolg entsteht dort, wo Partnerschaft, Qualität und unternehmerisches Denken konsequent zusammenspielen.»
Für was will UBS Global FIM im Markt wahrgenommen werden?
UBS Global FIM versteht sich als strategischer Partner unabhängiger Vermögensverwalter – mit einer Zusammenarbeit auf Augenhöhe, einer leistungsstarken technologischen Plattform und einem global integrierten Serviceangebot, das langfristige Skalierung ermöglicht. Unsere Betreuungsteams und Experten begleiten die Kundinnen und Kunden persönlich, kompetent und effizient – heute und in Zukunft.
Wie unterstützt UBS Global FIM Vermögensverwalter technologisch?
Mit modernen API‑Schnittstellen und innovativen UBS‑Tools unterstützen wir Vermögensverwalter bei der Optimierung interner Prozesse, der effizienten Erfüllung regulatorischer Anforderungen sowie bei der Schaffung von Mehrwert für Endkunden – etwa durch digitales Kunden‑Onboarding oder Open‑Banking‑Lösungen.
Studien zeigen, dass unabhängige Vermögensverwalter von ihren Depotbanken zunehmend digitale, integrierte und skalierbare Lösungen erwarten. UBS differenziert sich dabei durch ein innovatives und globales Leistungsangebot, technologische Exzellenz und partnerschaftliche Betreuung.
Was macht für Sie eine erfolgreiche Zusammenarbeit aus?
Entscheidend sind aus meiner Sicht drei Faktoren: eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit klar ausgewiesenem Value for Money, höchster Servicequalität sowie pragmatischen, umsetzungsorientierten Lösungen. Unser Anspruch lässt sich in einem Satz zusammenfassen: We form winning partnerships.
Mehr zur Rolle der Technologie und den Angeboten von UBS Global Financial Intermediaries finden Sie in diesem Video oder auf der Homepage.
* Die «Unabhängige Vermögensverwalter in der Schweiz 2026»-Studie von FIN21/Chris Künzle
Ein Interview mit Andreas Moser
Andreas Moser verantwortet bei UBS Global FIM das Geschäft mit unabhängigen Vermögensverwaltern im deutschsprachigen Raum. Mit 27 Jahren bei UBS, davon 18 Jahre in der Zusammenarbeit mit unabhängigen Vermögensverwaltern, gilt er als ausgewiesener Kenner des Schweizer UVV-Marktes.
«Langfristiger Erfolg entsteht dort, wo Partnerschaft, Qualität und unternehmerisches Denken konsequent zusammenspielen.»
Herr Moser, was prägt den Schweizer Markt der unabhängigen Vermögensverwalter?
Der Schweizer Markt für unabhängige Vermögensverwalter ist dynamisch, wachsend und zugleich stark fragmentiert. Regulatorische Anforderungen, anhaltender Kosten‑ und Margendruck sowie der technologische Wandel zählen zu den zentralen Herausforderungen. Die Studie «Unabhängige Vermögensverwalter in der Schweiz 2026»* bestätigt diese Einschätzung und zeigt auch auf, dass ein grosser Teil der Befragten die Konsolidierung als grosses Thema sieht.
Zusätzlich verschärft sich die Situation durch die oftmals unzureichend geregelte Nachfolge: 58 % der Unternehmen haben diese nur teilweise oder gar nicht definiert. Vor dem Hintergrund des bevorstehenden „Great Wealth Transfer“, bei dem erhebliche Vermögenswerte von der Babyboomer‑Generation auf Millennials und Generation Z übergehen, wird dieses Thema weiter an Bedeutung gewinnen.
Ungeachtet struktureller und generationeller Veränderungen liegt das Erfolgsrezept unabhängiger Vermögensverwalter weiterhin in der persönlichen, langfristigen und unabhängigen Betreuung – getragen von einer klaren Anlagephilosophie, die auf langfristigen Vermögensaufbau ausgerichtet ist.
Sie haben in 2025 eine Dissertation zur Zukunftsfähigkeit unabhängiger Vermögensverwalter verfasst. Was ist Ihre wichtigste Erkenntnis?
Die zentrale Erkenntnis meiner Dissertation ist klar: Unabhängige Vermögensverwalter müssen ihr strategisches Profil schärfen. Entscheidend ist, bewusst zu definieren, welche Kundensegmente, Märkte und Themen man bedient – und ebenso, was nicht Teil des Angebots ist. Nur so lassen sich Kunden, Mitarbeitende und Partner nachhaltig gewinnen und binden.
In einem Umfeld, das von Digitalisierung, Regulierung und Generationenwechsel geprägt ist, sind zudem regelmässige strategische Standortbestimmungen unerlässlich. Vertrauen und Empfehlungen entstehen durch Qualität, Beständigkeit, Unabhängigkeit und transparente Kommunikation – das Fundament langfristigen Erfolgs.
Grundsätzlich lassen sich drei Typen unterscheiden:
Independent Wealth Manager, die klassisches Private Banking für vermögende Kundinnen und Kunden anbieten.
Multi Family Offices, die vermögende Familien ganzheitlich begleiten – etwa in den Bereichen Nachfolge, Steuern, alternative Anlagen und Philanthropie.
Asset Manager, die institutionelle Kunden mit strukturierten Prozessen und professionellem Risikomanagement betreuen, häufig über Fondslösungen.
Zunehmend entstehen zudem hybride Modelle, die mehrere dieser Ansätze kombinieren.
Für was will UBS Global FIM im Markt wahrgenommen werden?
UBS Global FIM versteht sich als strategischer Partner unabhängiger Vermögensverwalter – mit einer Zusammenarbeit auf Augenhöhe, einer leistungsstarken technologischen Plattform und einem global integrierten Serviceangebot, das langfristige Skalierung ermöglicht. Unsere Betreuungsteams und Experten begleiten die Kundinnen und Kunden persönlich, kompetent und effizient – heute und in Zukunft.
Wie unterstützt UBS Global FIM Vermögensverwalter technologisch?
Mit modernen API‑Schnittstellen und innovativen UBS‑Tools unterstützen wir Vermögensverwalter bei der Optimierung interner Prozesse, der effizienten Erfüllung regulatorischer Anforderungen sowie bei der Schaffung von Mehrwert für Endkunden – etwa durch digitales Kunden‑Onboarding oder Open‑Banking‑Lösungen.
Studien zeigen, dass unabhängige Vermögensverwalter von ihren Depotbanken zunehmend digitale, integrierte und skalierbare Lösungen erwarten. UBS differenziert sich dabei durch ein innovatives und globales Leistungsangebot, technologische Exzellenz und partnerschaftliche Betreuung.
Was macht für Sie eine erfolgreiche Zusammenarbeit aus?
Entscheidend sind aus meiner Sicht drei Faktoren: eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit klar ausgewiesenem Value for Money, höchster Servicequalität sowie pragmatischen, umsetzungsorientierten Lösungen. Unser Anspruch lässt sich in einem Satz zusammenfassen: We form winning partnerships.
Mehr zur Rolle der Technologie und den Angeboten von UBS Global Financial Intermediaries finden Sie in diesem Video oder auf der Homepage.
* Die «Unabhängige Vermögensverwalter in der Schweiz 2026»-Studie von FIN21/Chris Künzle
Michael Iten, CFA, Sales executive, Vanguard Investments Switzerland GmbH
Abdullah Mohammed, Sales executive, Vanguard Investments Switzerland GmbH
Beständige Anlageprinzipien in wechselhaftem Marktumfeld
Eine Anlagestrategie, abgestimmt auf die Bedürfnisse der Kunden, ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche Arbeit von Vermögensverwaltern. Ist die Strategie im Grundsatz definiert, funktioniert diese auch in unterschiedlichen Marktsituationen, ohne dass grössere Korrekturen nötig sind. Dies zeigt die neuste von der Hochschule Luzern (HSLU) und von Vanguard durchgeführte Umfrage unter unabhängigen Schweizer Vermögensverwaltern. An der vom Verband VSV-ASG unterstützten Umfrage zwischen Ende Februar und Ende März 2026 nahmen 100 Vermögensverwalter teil. Die Ergebnisse liefern wertvolle Erkenntnisse zu den Marktmeinungen und Positionierungen der Vermögensverwalter.
An den weltweiten Finanzmärkten nahm die Unsicherheit im Verlauf des ersten Quartals zu, und die Anlegerstimmung kühlte sich entsprechend ab. Die Schweizer Vermögensverwalter liessen sich jedoch nicht beirren und hielten grundsätzlich an ihren mit den Kunden vereinbarten Strategien fest. Einige Angaben zur Positionierung: Schweizer und europäische Aktien sind weiterhin übergewichtet, ein klares Abbild des Home Bias von Kunden, die ihr Domizil entweder in der Schweiz oder in einem anderen europäischen Land haben. Der Anteil der US-Aktien wurde reduziert, während der Bestand an Emerging-Markets-Aktien etwas zunahm. Alles in allem wurden Obligationen im ersten Quartal untergewichtet, wobei die Reduktion in den meisten Segmenten mit Ausnahme der Emerging-Markets Bonds erfolgte.
«Unabhängig vom Marktumfeld ist die strategische Asset Allokation für die Schweizer Vermögensverwalter mit Abstand die wichtigste Quelle für Alpha.»
Strategische Asset Allokation: Wichtigster Renditebringer
Wie in den Vorjahren wurden die Vermögensverwalter gefragt, welches die wichtigsten drei Strategien zur Erzielung eines Mehrwerts in den Portfolios seien. Einmal mehr wurde dabei die Bedeutung der Strategischen Asset Allokation SAA als zentrale Alpha-Quelle hervorgehoben. Für 77 Prozent der Befragten gehört die SAA zu den wichtigsten drei Renditebringern. Auf Rang 2 in dieser Rangliste folgt die Selektion von Einzeltiteln bei Aktien oder Obligationen. Dies unterstreicht die Bedeutung von Kenntnissen und Kompetenzen auf der Stufe der Wertschriften. 51 Prozent der Befragten bezeichneten dies als eine der Top 3-Strategien. Deutlich dahinter in ihrer Bedeutung als wichtigste Alpha-Quellen platziert sind die Ausrichtung von Portfolios auf bestimmte Regionen oder Sektoren, thematische Anlagen, Rebalancing sowie der Austausch mit Kunden während turbulenter Marktphasen. Die geringste Bedeutung in Bezug auf die Mehrrendite messen Vermögensverwalter den Absicherungsstrategien sowie dem Market Timing zu (Abbildung 1).
Direktanlagen bei Schweizer Aktien erste Wahl
Bei der Umsetzung der Strategien haben sich die Präferenzen der Schweizer Vermögensverwalter gegenüber dem Vorjahr kaum verändert. Die Mehrheit investiert im Bereich der Schweizer Aktien sowie in den meisten Obligationen-Segmenten in Einzeltitel. Anders präsentiert sich die Situation bei Emerging-Markets-Aktien sowie Aktien aus der Region Asien/Pazifik inkl. Japan. Hier werden Fonds und ETFs klar bevorzugt. Ein ähnliches Muster zeigt sich bei den festverzinslichen Werten, wo Fonds und ETFs weiterhin die beliebtesten Instrumente für Emerging Markets- und High-Yield-Bonds sowie US-Unternehmensanleihen sind.
Erfolgt die Umsetzung in den Portfolios mit Fonds, so erhalten passive Produkte gegenüber aktiven Produkten den Vorzug. Mit wenigen Ausnahmen ist dies bei den meisten Anlageklassen der Fall. Unter den Vermögensverwaltern, die passive Strategien umsetzen, sind ETFs das wichtigste Anlageinstrument bei Aktien. Im Bereich der festverzinslichen Anlagen hat der Anteil der Vermögensverwalter, die ETFs und Indexfonds kombinieren, gegenüber dem Vorjahr zugenommen.
Viel Kompetenz bei Aktien und Obligationen
Die Vermögensverwalter wurden zudem nach ihren Kompetenzen in den verschiedenen Anlageklassen gefragt. Eine überwältigende Mehrheit, nämlich 92%, attestieren sich bei Aktien viel oder sehr viel Kompetenz. Bei Obligationen kommen 82% der Befragten nach eigener Einschätzung auf ein hohes oder sehr hohes Kompetenzniveau, und bei den Multi-Asset-Strategien, einer Kernkompetenz vieler Schweizer Vermögensverwalter, sind 81% dieser Meinung. Bei den Alternativen Anlagen ordnen sich etwas mehr als die Hälfte (54%) ein hohes Kompetenzniveau zu, während noch 30% der Umfrageteilnehmer über viel oder sehr viel Kompetenz bei nachhaltigen Anlagen/ESG verfügen (Abbildung 2).
«Bei den traditionellen Anlageklassen Aktien und Obligationen fühlen sich Schweizer Vermögensverwalter im Element und sind dort nach eigener Einschätzung sehr kompetent.»
Fazit: Schweizer Vermögensverwalter halten unabhängig vom Marktumfeld ihren Kurs. Ihr Fokus bleibt auf der Strategischen Asset Allokation und dem langfristigen Anlagehorizont.
Michael Iten, CFA, Sales executive, Vanguard Investments Switzerland GmbH
Abdullah Mohammed, Sales executive, Vanguard Investments Switzerland GmbH
Beständige Anlageprinzipien in wechselhaftem Marktumfeld
«Unabhängig vom Marktumfeld ist die strategische Asset Allokation für die Schweizer Vermögensverwalter mit Abstand die wichtigste Quelle für Alpha.»
«Bei den traditionellen Anlageklassen Aktien und Obligationen fühlen sich Schweizer Vermögensverwalter im Element und sind dort nach eigener Einschätzung sehr kompetent.»
Eine Anlagestrategie, abgestimmt auf die Bedürfnisse der Kunden, ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche Arbeit von Vermögensverwaltern. Ist die Strategie im Grundsatz definiert, funktioniert diese auch in unterschiedlichen Marktsituationen, ohne dass grössere Korrekturen nötig sind. Dies zeigt die neuste von der Hochschule Luzern (HSLU) und von Vanguard durchgeführte Umfrage unter unabhängigen Schweizer Vermögensverwaltern. An der vom Verband VSV-ASG unterstützten Umfrage zwischen Ende Februar und Ende März 2026 nahmen 100 Vermögensverwalter teil. Die Ergebnisse liefern wertvolle Erkenntnisse zu den Marktmeinungen und Positionierungen der Vermögensverwalter.
An den weltweiten Finanzmärkten nahm die Unsicherheit im Verlauf des ersten Quartals zu, und die Anlegerstimmung kühlte sich entsprechend ab. Die Schweizer Vermögensverwalter liessen sich jedoch nicht beirren und hielten grundsätzlich an ihren mit den Kunden vereinbarten Strategien fest. Einige Angaben zur Positionierung: Schweizer und europäische Aktien sind weiterhin übergewichtet, ein klares Abbild des Home Bias von Kunden, die ihr Domizil entweder in der Schweiz oder in einem anderen europäischen Land haben. Der Anteil der US-Aktien wurde reduziert, während der Bestand an Emerging-Markets-Aktien etwas zunahm. Alles in allem wurden Obligationen im ersten Quartal untergewichtet, wobei die Reduktion in den meisten Segmenten mit Ausnahme der Emerging-Markets Bonds erfolgte.
Strategische Asset Allokation: Wichtigster Renditebringer
Wie in den Vorjahren wurden die Vermögensverwalter gefragt, welches die wichtigsten drei Strategien zur Erzielung eines Mehrwerts in den Portfolios seien. Einmal mehr wurde dabei die Bedeutung der Strategischen Asset Allokation SAA als zentrale Alpha-Quelle hervorgehoben. Für 77 Prozent der Befragten gehört die SAA zu den wichtigsten drei Renditebringern. Auf Rang 2 in dieser Rangliste folgt die Selektion von Einzeltiteln bei Aktien oder Obligationen. Dies unterstreicht die Bedeutung von Kenntnissen und Kompetenzen auf der Stufe der Wertschriften. 51 Prozent der Befragten bezeichneten dies als eine der Top 3-Strategien. Deutlich dahinter in ihrer Bedeutung als wichtigste Alpha-Quellen platziert sind die Ausrichtung von Portfolios auf bestimmte Regionen oder Sektoren, thematische Anlagen, Rebalancing sowie der Austausch mit Kunden während turbulenter Marktphasen. Die geringste Bedeutung in Bezug auf die Mehrrendite messen Vermögensverwalter den Absicherungsstrategien sowie dem Market Timing zu (Abbildung 1).
Direktanlagen bei Schweizer Aktien erste Wahl
Bei der Umsetzung der Strategien haben sich die Präferenzen der Schweizer Vermögensverwalter gegenüber dem Vorjahr kaum verändert. Die Mehrheit investiert im Bereich der Schweizer Aktien sowie in den meisten Obligationen-Segmenten in Einzeltitel. Anders präsentiert sich die Situation bei Emerging-Markets-Aktien sowie Aktien aus der Region Asien/Pazifik inkl. Japan. Hier werden Fonds und ETFs klar bevorzugt. Ein ähnliches Muster zeigt sich bei den festverzinslichen Werten, wo Fonds und ETFs weiterhin die beliebtesten Instrumente für Emerging Markets- und High-Yield-Bonds sowie US-Unternehmensanleihen sind.
Erfolgt die Umsetzung in den Portfolios mit Fonds, so erhalten passive Produkte gegenüber aktiven Produkten den Vorzug. Mit wenigen Ausnahmen ist dies bei den meisten Anlageklassen der Fall. Unter den Vermögensverwaltern, die passive Strategien umsetzen, sind ETFs das wichtigste Anlageinstrument bei Aktien. Im Bereich der festverzinslichen Anlagen hat der Anteil der Vermögensverwalter, die ETFs und Indexfonds kombinieren, gegenüber dem Vorjahr zugenommen.
Viel Kompetenz bei Aktien und Obligationen
Die Vermögensverwalter wurden zudem nach ihren Kompetenzen in den verschiedenen Anlageklassen gefragt. Eine überwältigende Mehrheit, nämlich 92%, attestieren sich bei Aktien viel oder sehr viel Kompetenz. Bei Obligationen kommen 82% der Befragten nach eigener Einschätzung auf ein hohes oder sehr hohes Kompetenzniveau, und bei den Multi-Asset-Strategien, einer Kernkompetenz vieler Schweizer Vermögensverwalter, sind 81% dieser Meinung. Bei den Alternativen Anlagen ordnen sich etwas mehr als die Hälfte (54%) ein hohes Kompetenzniveau zu, während noch 30% der Umfrageteilnehmer über viel oder sehr viel Kompetenz bei nachhaltigen Anlagen/ESG verfügen (Abbildung 2).
Fazit: Schweizer Vermögensverwalter halten unabhängig vom Marktumfeld ihren Kurs. Ihr Fokus bleibt auf der Strategischen Asset Allokation und dem langfristigen Anlagehorizont.